Die EU-Lizenz beantragen: Die Schritt für Schritt Anleitung
- Kamil Skora
- 16. Juni
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag

Die Idee, ein eigenes Transportunternehmen zu gründen, beschäftigt dich seit längerer Zeit. Vielleicht kennst du dich in der Branche auch schon bestens aus, hast Kontakte und die ersten Aufträge sind quasi schon im Sack? Du bist dabei, den Entschluss zu fassen, dich selbstständig zu machen, und beim Recherchieren im Internet stößt du dann darauf: die EU-Lizenz.
Wenn du unseren Blog schon ein wenig kennst, weißt du: Die EU-Lizenz, offiziell Gemeinschaftslizenz, ist die absolute Grundvoraussetzung für jedes Transportunternehmen. Ohne dieses eine Dokument darfst du keinen gewerblichen Güterkraftverkehr betreiben.
Doch bevor du auch nur den ersten Cent verdienst, verlangen die Behörden einen regelrechten Berg an Nachweisen und Belegen. Dagegen wirkt selbst die Finanzierung eines Eigenheims wie ein Kinderspiel.
Was du für den Antrag alles benötigst und wie du das Thema EU-Lizenz am klügsten Angehst, erfährst du in diesem Beitrag.
Welche Nachweise verlangen die Behörden für die Erteilung der EU-Lizenz?
Am Anfang steht die Gewerbeanmeldung. Ohne ein angemeldetes Gewerbe kannst du die EU-Lizenz gar nicht erst beantragen. Ob du direkt eine GmbH oder UG gründest oder klassisch mit einem Einzelunternehmen startest, hängt dabei ganz von dir und deiner Strategie ab. In vielen Kommunen funktioniert die Anmeldung mittlerweile bequem online – vorausgesetzt, du hast die Online-Funktion deines Personalausweises aktiviert.
Da wir schon bei Dokumenten sind, die du bei deiner Stadt beantragst, kommen wir direkt zum ersten großen Baustein: dem Nachweis deiner persönlichen Zuverlässigkeit. Der Gesetzgeber möchte nämlich sicherstellen, dass du eine reine Weste hast und man sich keine Sorgen machen muss, wenn du ein Transportunternehmen führst.
Dafür fordern die Behörden ein Führungszeugnis und einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister. Diese Papiere zeigen auf, ob du in der Vergangenheit bereits strafrechtlich oder gewerblich verurteilt wurdest.
Als letzter Baustein in dieser Kategorie fehlt dann noch der Auszug aus dem Fahreignungsregister. Besser bekannt als das Punktekonto in Flensburg.
Keine Sorge: Ein paar Punkte wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung sind hier kein Problem. Bei harten Verstößen wie Trunkenheit am Steuer oder Fahren ohne Fahrerlaubnis ziehen manche Ämter allerdings die Reißleine. Du benötigst also:
Auszug aus dem Gewerbezentralregister
Führungszeugnis
Auszug aus dem Fahreignungsregister (Punktekonto Flensburg)
Gewerbeanmeldung
Der zweite große Block sind die Unbedenklichkeitsbescheinigungen. Hier unterscheiden sich die genauen Anforderungen manchmal von Kommune zu Kommune, aber ein paar Dokumente werden fast immer verlangt.
Dazu gehört zum einen die Unbedenklichkeitsbescheinigung deines Finanzamtes. Für die Transportlizenz ist es nämlich extrem wichtig, dass du keine Steuerschulden hast. Du möchtest ja ein Gewerbe betreiben und bald auch Umsatz machen.
Auf diesen Umsatz – und später auf deinen Gewinn – werden natürlich Steuern fällig. Deshalb möchte die Behörde schon vorab prüfen, ob du deine Steuern immer pünktlich zahlst. Logisch, oder?
Ähnliches gilt für die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkasse. Auch diese musst du beantragen. Am einfachsten bei der Krankenkasse, bei der du selbst versichert bist, oder bei der du planst, deine zukünftigen Mitarbeiter anzumelden.
Die dritte wichtige Unbedenklichkeitsbescheinigung kommt von der Berufsgenossenschaft Verkehr (BG Verkehr). Viele Gründer denken sich hier: „Moment, ich fange doch gerade erst an und habe noch gar keine Angestellten. Was will also die Berufsgenossenschaft von mir?“ Aber ganz so leicht machen es einem die Behörden nicht. Auch als kompletter Neueinsteiger musst du dich dort kümmern und der Behörde ein offizielles Dokument der BG vorlegen. Ein weiterer Punkt auf deiner To-do-Liste, der erst einmal abgearbeitet werden muss.
Manchmal reicht das den Behörden aber noch nicht: Oft wird zusätzlich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung direkt von deiner Stadt oder Gemeinde verlangt. Damit musst du nachweisen, dass du auch auf kommunaler Ebene eine weiße Weste hast und dort keine offenen Forderungen existieren. Du benötigst also:
Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes
Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkasse
Unbedenklichkeitsbescheinigung der BG Verkehr
Unbedenklichkeitsbescheinigung der Stadt / Gemeinde
Okay, aber so langsam reicht es doch mit den Dokumenten und Nachweisen...
...da muss ich dich leider enttäuschen. Wir sind erst bei der Hälfte angekommen.
Jetzt, wo du allen gezeigt hast, dass du deine Steuern und Beiträge pünktlich zahlst und persönlich absolut zuverlässig bist, müssen wir auf deine Finanzen schauen.
Du willst schließlich eine Transportfirma gründen, und dafür braucht man bekanntermaßen Geld. Die lizenzerteilende Behörde möchte daher den Beweis sehen, dass du zumindest zu einem gewissen Teil „flüssig“ bist. Das nennt sich dann Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit.
Genau genommen bedeutet das für schwere Fahrzeuge (über 3,5 Tonnen): Für das erste Fahrzeug musst du 9.000 Euro nachweisen, für jedes weitere 5.000 Euro. Wenn du ausschließlich mit Fahrzeugen zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen (wie zum Beispiel Sprintern im internationalen Verkehr) fährst, reduziert sich der Betrag auf 1.800 Euro für das erste und 900 Euro für jedes weitere Fahrzeug.
Wichtig: Dieses Geld musst du nirgendwohin bezahlen! Du musst lediglich nachweisen, dass du es als Eigenkapital besitzt. Das dient der Behörde als kleine Absicherung. Man möchte einfach sehen: Alles klar, der Antragsteller hat zumindest ein gewisses Startkapital und startet sein Unternehmen nicht schon vollkommen pleite.
Diesen Nachweis erbringst du über ein ganz bestimmtes Formular, die sogenannte Eigenkapitalbescheinigung, die entweder von deinem Steuerberater oder deiner Hausbank geprüft und unterschrieben werden muss. Wenn du direkt mit einer Kapitalgesellschaft wie einer GmbH oder UG startest, reicht den Ämtern in der Regel die Eröffnungsbilanz. Da man diesen Nachweis aber auf ganz verschiedene Arten erbringen kann, hängt der optimale Weg stark von deiner individuellen Situation ab. Sprich diesbezüglich am besten mit deinem Steuerberater oder schreib uns direkt eine Nachricht. Wir schauen uns das gemeinsam an.
Du benötigst also:
Über 3,5t: mindestens 9000€
zwischen 2,5 & 3,5t: mindestens 1800€
Eigenkapitalbescheinigung unterschrieben vom Steuerberater/Wirtschaftsprüfer oder Hausbank
Aber viel kann jetzt nicht mehr kommen, oder? Eine letzte große Hürde gilt es noch zu nehmen. Nachdem du all die Dokumente gesammelt hast, möchte der Gesetzgeber nur noch eine einzige Sache von dir wissen: Hast du überhaupt das rechtliche und kaufmännische Wissen, um eine Transportfirma zu führen?
Das beweist du, indem du den sogenannten Fachkundenachweis Güterkraftverkehr der Industrie- und Handelskammer (IHK) bei der Behörde vorlegst. Du hast „nur“ einen LKW-Führerschein? Das reicht hier leider nicht aus. Du musst entweder die anspruchsvolle IHK-Fachkundeprüfung bestehen oder eine anerkannte Berufsausbildung im Transportbereich (wie zum Beispiel zum Speditionskaufmann) abgeschlossen haben.
Hast du das beides nicht, gibt es zum Glück eine weitere Lösung: Du holst dir jemanden in dein Unternehmen, der diesen Schein bereits besitzt. Einen sogenannten Verkehrsleiter. In unseren anderen Blogartikeln findest du diesbezüglich alle detaillierten Informationen. Und das Beste: Wir vermitteln dir gerne direkt einen qualifizierten Verkehrsleiter aus unserem Netzwerk.
Ein wichtiges Detail gibt es dabei noch zu beachten: Solltest du dich für einen Verkehrsleiter entscheiden, wächst dein Aktenstapel noch ein kleines bisschen. Dein Verkehrsleiter muss den Behörden nämlich ebenfalls seine absolute persönliche Zuverlässigkeit nachweisen. Das bedeutet auch für ihn: Führungszeugnis, Auszug aus dem Gewerbezentralregister und ein Auszug aus dem Punktekonto in Flensburg.
Du benötigst also:
Nachweis über die Fachliche Eignung ODER
einen Verkehrsleiter in deinem Unternehmen
Das Beantragen der EU-Lizenz ist nicht ganz einfach - mit unserer Hilfe schon!
Die oben genannten Dokumente sind die absolute Grundvoraussetzung, um die
EU-Lizenz zu erhalten. Je nach zuständiger Behörde können im Einzelfall sogar noch weitere Dokumente verlangt werden. Zum Beispiel der Nachweis über eine Güterschadenhaftpflichtversicherung, eine Fahrzeugliste oder eine aktuelle Schufa-Auskunft.
Und jetzt hast du dich durch den gesamten Artikel gekämpft, zwischenzeitlich vielleicht schon darüber nachgedacht, das ganze Projekt auf Eis zu legen, und liest jetzt, dass eventuell noch mehr nötig ist? Ja, das kann extrem frustrierend sein. Denn wie du siehst, muss man enorm viel Vorbereitung in diese Angelegenheit stecken. Es ist eben nicht damit getan, mal eben zwei Formulare auszufüllen.
Aber keine Sorge, genau dafür sind wir ja da. Je nachdem, wie viel Unterstützung du benötigst, findest du auf deinelizenz.com exakt das, was du brauchst:
Kostenlose Checkliste: Hier findest du noch einmal kompakt aufgelistet, welche Unterlagen zwingend auf den Tisch müssen.
Lern-App zur IHK Fachkundeprüfung: Lege deine Fachkunde selber ab und bereite dich voll digital und flexibel darauf vor.
Unsere Leitfäden: Darin erklären wir dir Schritt für Schritt, wo du welche Unterlagen wie beantragst und worauf du dabei unbedingt achten musst.
Das Unterlagen-Paket: Hiermit bekommst du alle unsere Leitfäden und Anleitungen gebündelt zu einem attraktiven Vorteilspreis.
Das Beratungspaket: Wir helfen dir aktiv dabei, die EU-Lizenz zu beantragen, und vermitteln dir direkt einen qualifizierten Verkehrsleiter aus unserem Netzwerk.
Das Komplettpaket: Du willst, dass wir uns um einfach alles kümmern? Dann ist das genau das Richtige für dich. Wir übernehmen die komplette Behördenkommunikation, stehen dir bei allen Fragen zur Seite und sorgen dafür, dass du schnellstmöglich an deine Lizenz kommst.
Mach dir den Start nicht unnötig schwer – lass uns das gemeinsam angehen!
(Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit nutze ich in diesem Beitrag die männliche Form – gemeint sind natürlich alle, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen.)




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